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Motorik
Jetzt können die meisten Kinder alleine sitzen. Sie ziehen sich an Möbeln oder Hosenbeinen hoch und können mit Unterstützung stehen. Sie krabbeln im sog. Vierer-Rhythmus (Hand, Knie der Gegenseite, Hand, Knie der Gegenseite) und setzen sich, um einen Gegenstand mit beiden Händen zu untersuchen. Viele Babys krabbeln vorwärts die Treppe rauf und rückwärts wieder runter.
Der Vierfüßlerstand auf Händen und Knien und die Krabbelphase sind nicht unbedingt erforderlich, um Laufen zu erlernen. Gegen Ende des zwölften Monats versuchen schon einige Kinder mit Unterstützung die ersten Schritte zu gehen. Häufig können sie bereits seitlich an Möbeln entlang gehen. Das stabilisiert die Sprunggelenke gegen seitliches Wegknicken beim späteren Vorwärtsgehen.
Das Baby kann kleine Gegenstände gezielt mit Zeigefinger und Daumen, dem sog. Pinzettengriff aufheben. Es findet finden nun Spaß daran, zwei Klötzchen aufeinander zu klopfen oder zum Turm aufeinander gestapelte Würfel umzuwerfen.
Sprache
Die ersten Worte tauchen vereinfacht und noch unvollständig ausgesprochen zwischen dem 12. und 18. Monat auf. Wenige Kinder, und dann häufig Mädchen, gebrauchen schon mit neun Monaten die ersten Worte. Manche lassen sich Zeit bis zum 30. Monat. „Mama“ und „Papa“ sind meistens die ersten einfachen und für die Kinder wichtigen Wörter. In fast jeder Familie entsteht jetzt ein eigener Wortschatz.
Eltern haben den Eindruck, dass Ihr Kind schon alles versteht. Wenn Sie beispielsweise überrascht sagen: „Da kommt die Oma!“, läuft, krabbelt oder schaut das Kind vielleicht zur Tür und freut sich. Zu vertrauten Abläufen gehören bestimmte Wörter.
Wenn die ersten wortähnlichen Äußerungen des Kindes auftauchen, verschwindet bei den Eltern die Babysprache. Neue Wörter der Eltern orientieren sich am Interesse des Kindes. Benennt man ein Spielzeug, mit dem sich das Kind neugierig beschäftigt, wechselt der Blick des Kindes zwischen Eltern und Gegenstand aufmerksam hin und her. Diese Dreiecksbeziehung zwischen Kind, Spielzeug und Eltern gilt als Ursprung der Sprachentwicklung.
Sozial- und Spielverhalten
Mit ungefähr einem Jahr achtet das Kind nicht nur auf das Spielzeug in seiner Hand oder auf seine augenblickliche Handlung, sondern auch wie sein Gegenüber darauf reagiert. Es ist dann in der Lage, sein Handeln je nach erlebter Reaktion zu verändern. Es versteht auch Lob und Tadel sowie das Wort „Nein“ und kann Dinge tun, um zu gefallen und gelobt zu werden. Es kann Wünsche äußern, Verbote verstehen und Kontakt zu Fremden verweigern. Viele Kinder können lauthals protestieren, wenn ihnen etwas nicht passt.
Das Kleine zeigt auf Dinge, die es haben möchte. Sein Blick folgt einen Finger, der ihm etwas zeigt. Es schaut gerne Bilderbücher an und kann manchmal schon auf gezielte Nachfrage bekannte Bilder zeigen. Wenn Spielzeug vor seinen Augen versteckt wird, kann es dieses finden. Es liebt Versteckspiele, besonders mit Personen (Kuck-Kuck-Spiel).
Es beginnt, einfache Aufforderungen zu verstehen und beispielsweise bekannte Gegenstände anzureichen, wenn man es darum bittet. Es lässt Dinge absichtlich fallen und hat Spaß daran, wenn man diese wieder aufhebt.
Manche können winken oder in die Hände klatschen. Wenn man es vormacht, können einige Kinder zwei Klötze übereinander setzen. Häufig gelingt es ihnen, kleine Gegenstände gezielt in eine Öffnung zu werfen. Das Kind möchte meist selbst aus einer Schnabeltasse trinken und kleine Brotstücke vom Teller essen. Nicht Essbares wird dagegen immer seltener in den Mund genommen. Beim Anziehen hilft es, streckt den Arm aus oder zieht seine Mütze vom Kopf.
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