13. bis 15. Monat

Motorik

Die meisten gesunden Kinder lernen in diesen Monaten sicher und alleine zu gehen. Es gibt Kinder, die für kurze Zeit gleichzeitig gehen und krabbeln. Ein vorübergehendes Zurückkehren zum bewährten Krabbeln ist kein Grund zur Beunruhigung.

Treppen werden auf allen Vieren hinauf und hinab geklettert. Alle möglichen Gegenstände eignen sich zum Herausnehmen, Probieren, Drehen, Ineinanderstecken, Aufeinanderstapeln, Kippen oder Anknabbern. Die Koordination von Auge und Hand wird spielerisch nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum immer besser. Dabei sind Spaß und Erfolgserlebnisse wichtig.

Sprache

Das Kind beginnt, seinen Wortschatz aufzubauen. Nach Mama und Papa tauchen weitere Wörter auf, die nicht vollständig oder fehlerfrei sein müssen. Die Bedeutung der Wörter kann auch ganz unterschiedlich sein. Das Kinderwort „Ato“ kann das Auto des Vaters, die Tätigkeit des Fahrens, der Autokindersitz oder der Abschied vom Vater sein, der morgens mit dem Auto zu Arbeit fährt.

Das Kleinkind nutzt das erste Halbjahr nach dem ersten Geburtstag, um die neuen Wörter auszuprobieren, zu verändern, ihre Bedeutung zu erweitern oder zu präzisieren. Es kann Wörter als Frage verwenden, auffordern, kommentieren, beschreiben oder selbst auf Fragen antworten. Die Wörter werden deshalb auch Ein-Wort-Sätze genannt, weil sie wie Sätze gebraucht werden und im Zusammenhang viel mehr sagen, als nur den Namen eines Gegenstands.

Sozial- und Spielverhalten

Der Drang, die Umwelt aktiv zu erkunden und durch Erfahrung zu lernen, ist für das Kleinkind entscheidend. Ihr Kind möchte nun selbstständig die Welt entdecken. Es braucht weiterhin die anhaltende Aufmerksamkeit, um sich sicher zu fühlen und vor Gefahren geschützt zu werden. Eltern und Bezugspersonen können jetzt wesentliche Anreize für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes setzen.

Gefühle kann es gut durch Mimik, Gestik, Handlungen und Sprache ausdrücken. Seine Liebe zeigt es, indem es Körperkontakt sucht oder dem Lieblingsteddy schmust. Wenn Eltern beginnen, ihren Kindern Grenzen setzen, gibt es öfter heftige Gegenwehr und Wutanfälle.

Das Kleine zeigt auf Gegenstände außerhalb seiner Reichweite, die es haben möchte. Bilderbücher werden mit großem Interesse angeschaut. Besonders interessant sind Gegenstände der Erwachsenen wie Küchengeräte, Fernbedienung, Zeitungen, Handys, Cremedosen. Es ahmt die Handlungen der Eltern nach. Manchmal können sie schon kleine Aufträge ausführen, wie Sachen anreichen oder wegbringen.

Das Kleinkind baut, wenn man es ihm vormacht, einen Turm aus zwei bis drei Klötzen und sortiert ein rundes Teil in eine Formbox. Es schiebt gerne großes Spielzeug vor sich her und nimmt kaum noch Sachen in den Mund.

Aus- und Einräumen ist weiterhin sein Lieblingsspiel, womit es sich gelegentlich schon 10 bis 15 Minuten alleine beschäftigen kann. Viele Kinder möchten jetzt selber Socken ausziehen oder mit dem Löffel essen. Einige Kinder können schon zeigen, wenn die Windel nach dem Stuhlgang voll ist.


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