bis 2 Jahre

Motorik

Jetzt heißt es laufen, rennen und die Welt entdecken! Nun kann das Kind meist schon sicher gehen und es erweitert seinen Aktionsradius. Mit 21 Monaten sollte ein Kind sicher mit Hilfe des Geländers Treppen steigen können. Hindernisse werden zunehmend sicherer umsteuert. Da aber noch Routine fehlt, fällt ein Kind immer mal wieder hin, kann aber ohne Hilfe aufzustehen.

Es kann Stühle erklettern, sich hinhocken, um Gegenstände vom Boden aufzuheben und kann mit beiden Beinen gleichzeitig hochspringen. Die Geschicklichkeit der Hände verbessert sich weiter durch den Umgang und das Hantieren mit vielfältigen Materialien. Erfolgserlebnisse sind dabei für die Kinder sehr wichtig.

Meistens zeigt sich in diesem Alter, dass 80 Prozent der Kinder Rechtshänder und 20 Prozent Linkshänder sind. Das Kind hält einen Stift am Schaft und kritzelt spontan hin und her, bald entstehen kreisförmige Gebilde. Es wickelt Bonbons aus und baut einen Turm aus mehr als fünf Klötzen. Zwei bis drei Formen, in der Regel die runden und viereckigen, können in eine Formbox einsortiert werden. Es kann einzelne Seiten eines Buches umblättern und erkennt winzige Details auf Bildern und bekannte Personen auf Fotos.

Sprache

Wenn Ihr Kind genug Wörter kennt (ungefähr 50) und Erfahrungen gesammelt hat, ob die Wörter beispielsweise als Frage, Antwort oder Besitzanzeige gebraucht werden, beginnt es, diese Wörter zu kombinieren. Mit diesen Wortkombinationen (sog. Zwei-Wort-Sätze) beginnt die Satzentwicklung und Wortschatzexplosion.

Zwei-Wort-Sätze entstehen aus der Kombination von zwei eigenständigen Wörtern, die das Kind auch einzeln gebraucht: „Papa weg.“ Damit verfügt das Kind über mehr Ausdrucksmöglichkeiten. Dann taucht die Frage auf: „Ist das?“ auf, die erst später durch Fragewörter ergänzt wird. Ebenso beliebt ist das „Nein-Sagen“. Wenn das Kind sich im Spiegel wiedererkennt, nennt es auch seinen Namen.

Wortschatzexplosion bezeichnet das rasante Anwachsen des aktiven Wortschatzes. Rein statistisch, lernt ein Kind in dieser Zeit täglich etwa neun neue Wörter. Allerdings werden die Wörter noch vereinfacht und nicht immer richtig ausgesprochen. Es ist völlig normal, dass das Kind noch nicht alle Laute beherrscht.

Die Wörter sind nicht mehr so sehr an bestimmte Abläufe gebunden und wecken nun eine gedankliche Vorstellung. Im Kopf des Kindes entsteht eine Art Abbild mit dem es dann schon bestimmte gedankliche Handlungen durchführen kann, ohne dass diese Handlungen auch in der Wirklichkeit durchgeführt werden müssen.

Inzwischen hat das Kind schon eine Vorstellung von seiner eigenen Persönlichkeit entwickelt. Es kann seine Eltern um Hilfe bitten und warten, bis diese ihm helfen, seine Absichten umzusetzen.

Sozial- und Spielverhalten

Die Trotzphase beginnt. Ihr Kind testet jetzt Grenzen aus und reagiert auch mit Ärger und Wut. Es lernt, dass Wünsche nicht sofort befriedigt werden, kann noch nicht warten. Obwohl es seinen eigenen Willen durchsetzen möchte, ist es von Ihnen als Bezugsperson immer noch sehr abhängig. Es sucht daher ständig ihre Aufmerksamkeit und folgt Ihnen überall hin.

Es verteidigt auch seinen Besitz und mag noch nicht mit anderen teilen. In der Spielgruppe spielt es eher neben als mit den anderen Kindern. Vielen Kinder gelingt es, sich für 10 bis 15 Minuten alleine zu beschäftigen.

Ein wichtiger Meilenstein zu Beginn des dritten Lebensjahrs besteht in der Entwicklung einfacher spontaner Rollenspiele oder situationsbedingter Mach-Glauben-Spiele. Das Kind tut so, als wäre es ein Tier und der Teppich sein Bett. Es füttert seine Puppe und bringt sie ins Bett.

Es hat gelernt, ohne zu kleckern vom Löffel zu essen oder aus einer Tasse zu trinken. Es meldet sich, wenn es Hunger oder Durst hat und manchmal auch, wenn es aufs Töpfchen muss. Es kann Türen öffnen, hat aber immer noch kaum Verständnis für Gefahren, so dass es weiterhin noch Aufsicht benötigt.


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